Wie da ja schon steht ist mein Name Charly, ich bin von Kopf bis Popo ca. 20 cm lang und wiege knapp 800 g. Ich bin ein kleiner Tiger-Kater und wurde ca. Ende September / Anfang Oktober 2003 geboren. Meine letzten Dosenöffner haben mich kurzerhand auf die Straße gesetzt. Da ich ja nicht dumm bin, habe ich einfach am Straßenrand gewartet, dass mich jemand per Anhalter mitnimmt. Und ich habe natürlich auch jemanden gefunden. Ute hat mich am 16.11.2003 entdeckt und ich bin sofort auf sie zu gerannt. Ute ist eine Freundin meiner jetzigen Dosenöffner. Die hat mich dann sofort zum Tierarzt gebracht, wo ich von meinen Mitbewohnern (die Menschen nennen das wohl Flöhe) befreit wurde. Und eine Wurmkur haben die mir auch gleich verpasst. Unangenehme Sache, sage ich Euch, davon bekommt man immer so einen Dünnpfiff. Na ja, die Ute jedenfalls hatte auch einen Kater, der war 6 Monate alt und mochte mich überhaupt nicht, war wohl so'n verzogenes Einzelkind. *ggggg*
Also hat sie meine Dosenöffner angerufen, mich über die Webcam zur Schau gestellt und die gefragt, ob sie nicht noch eine Katze haben möchten. Die hatten nämlich schon zwei so ältere Katzendamen. Eine Tiger-Dame, Baujahr 1996, und eine schwarze Dame, Baujahr 1997. Ich habe mich natürlich von meiner besten Seite gezeigt und die waren einverstanden. Da wussten sie noch nicht, auf was sie sich einlassen.
Am 18.11.2003 ist es dann soweit, sie kommen mit einem riesengroßen Transportkorb und holen mich ab. Autofahren finde ich nicht schlimm und so habe ich die Fahrt gut überstanden. Ich also aus meinem Transporter raus und erst einmal geschaut. Schon kommen die alten Tanten auf mich zu und beschnuppern mich. Sind die aufdringlich, riechen sogar an meinem Popo. *tztztz*
Eigentlich habe ich ja schon wieder Hunger, aber meine Dosenöffner lassen mich schmoren. Dann endlich die Aktion, für die meine Dosenöffner schließlich da sind. Dose auf, auf den Teller, fertig los. Die schauen vielleicht, als sie sehen, welche Essmanieren ich habe. Ich stürze mich auf den Teller und nehme alles wie ein Staubsauger auf. Klar, dass da auch schon mal was im Fell hängen bleibt. Wie, das bisschen soll reichen? Also ich gleich mal an die Schüsseln von den "Alten". Schmeckt auch nicht schlecht, aber sofort reißen die mich da weg. Frechheit, dabei ist mein Bauch doch erst eine Kugel.
Dieses Schauspiel biete ich ihnen nun ständig, was sie dazu veranlasst hat, mir ein eigenes Esszimmer zur Verfügung zu stellen. Ein ausrangierter Karton, wo ich auch noch mühsam reinklettern muss wenn ich nicht warten will, bis die mich da reinsetzen. Jetzt muss ich immer allein in meinem Karton essen, während draußen die "Alten" in Freiheit futtern können.
Inzwischen bin ich auch schon kräftiger geworden und kann überall hochklettern. Zum Beispiel an meinen Dosenöffnern, wenn die gerade beim Essen sind. Und dann mache ich mit dem Friedrich immer ein Spiel, das heißt, wer bekommt das Mäulchen schneller auf.
Wie Ihr seht, ist meine Lieblingsbeschäftigung Essen, Essen, Essen. Tanten ärgern steht auch sehr oft auf meinem Tagesplan. Blacky ist schon ziemlich stark und groß. Aber ich versuche es immer wieder. Und wat macht die dann mit mir? Boah, immer dieses Zwangsputzen. Da werde ich abgeschleckt von oben bis unten während sie mich im Würgegriff hat. Will ich mal nicht, dann beißt die mit ihren Zähnen zu. Sind wohl noch nicht die Dritten, sonst könnte ich sie ihr ja wegnehmen. Dennoch versuche ich immer wieder mein Glück. Irgendwann werde ich es schaffen und sie auf den Rücken legen, wartet es nur ab. Bis
dahin heißt es üben, üben, üben. Manchmal nehme ich mir dann Muschi vor, die ist nicht ganz so groß und auch nicht so stark und sie hat auch kaum noch Zähne. *hihi*. Aber sie ist wie alle Weiber, die haut mit der Tatze und mit ausgefahrenen Krallen. Hey, das tut manchmal richtig weh. Irgendwie haben die beiden Alten nicht immer das richtige Verständnis für mich und meine Spielereien. Was soll's, irgendwann werde ich denen schon zeigen, wer der Herr im Haus ist.
Inzwischen habe ich schon eine Menge zugenommen und bin auch gewachsen. Am 7.12.2003 wiege ich immerhin 1.200 g.
Kurz vor Weihnachten wird meine Tante Musch sehr krank. Sie will gar nicht mehr fressen und liegt nur noch unter dem Heizkörper. Jetzt lasse ich sie in Ruhe, denn ich merke schließlich, dass es ihr schlecht geht. Ende Dezember fährt sie wie so oft mit meinen Dosis zum Tierarzt und ..... sie kommt nie mehr wieder. Hier könnt Ihr sie auf der Regenbogenbrücke sehen http://www.friedrich-fernau.de/Regenbogenbruecke.htm .
Ja, ich weiß, habe lange nichts von mir hören lassen. Nun sind wir kurz vor Ostern und auf meinen kleinen Katzenpfoten ragt inzwischen schon ein stattlicher Heranwachsender (3.000 g). Mein Esszimmer gibt es leider nicht mehr, weil ich das erstens ziemlich auseinander genommen habe und ich zweitens mit dem Essen umgestellt wurde. Meine Dosi-Mama meinte, es sei nun an der Zeit, mir Trockenfutter zu geben, natürlich das für kleine Kitten, wie ich eines bin. Ich kann Euch sagen, das sind vielleicht Miniportionen. 20 g dreimal am Tag. Sieht ganz schön mickrig in der Schale aus. Und da ich ja schon immer schnell war beim Essen fassen werde ich jetzt zum Futtern in den Transportkorb gesperrt, da Tante Blacky sonst kaum noch was von ihrem Futter bekommt. Aber ich bin ja ein lieber Kater und warte dann geduldig bis meine Dosi-Mama mich wieder raus lässt.
Ach, eins muss ich Euch noch unbedingt erzählen. Vor ein paar Tagen bin ich das erste Mal auf Reise gegangen mit dem Auto und meinen Dosis. Das war vielleicht spannend. Blacky ist daheim geblieben, die weint immer so fürchterlich im Auto und mag das gar nicht. Aber mir macht es überhaupt nichts aus. Meine Dosi-Mama sagt, sie könne mich noch nicht allein zu Hause lassen, weil ich dann meinen Essensvorrat sofort hinunterschlinge und den von Blacky gleich mit bis mir mein Bäuchlein platzt (irgendwie kennt die mich schon ganz gut *ggggg*). Wir also mit dem Auto zu unserer Katzen-Ersatz-Mama, die immer im Urlaub zu uns kommt und auf uns aufpasst. Knapp 3 Stunden sind wir gefahren. Das ganze war als Test gedacht, weil meine Dosis im Sommer zu einer Hochzeit wollen und mich schlecht mit ins Hotelzimmer schmuggeln können. Na, die haben sich ja was einfallen lassen. Meinten die doch, ich könne noch nicht so eine lange Fahrt durchhalten und sind auf einem Rastplatz angehalten, damit ich mal Pippi machen konnte. Das fand ich nun gar nicht lustig, denn ich dachte, die wollten mich aussetzen, so wie es die Leute vorher mit mir gemacht hatten. Ich gebe es ja ungern zu, denn eigentlich will ich ja schon ein Großer sein, aber da hatte ich echt Angst. Also durfte ich schnell wieder in meinen geliebten Transportkorb und die Fahrt ging weiter. Als wir angekommen sind, habe ich erst einmal alles in Augenschein genommen. Soviele neue Gerüche, war wirklich interessant. Die Ersatz-Mama ist auch eine ganz liebe, mit der habe ich dann viel gespielt und ihr auch gleich ein paar Gravuren hinterlassen *lach*. Naja, bis ich im Juni wieder für eine Nacht bei ihr bin, ist das wieder abgeheilt und wir können da wieder weiter machen, wo wir aufgehört haben.
Euer Kater Charly