Die Traumhochzeit .....
Wer nun eine Hochzeit ganz in Weiß erwartet, der wird lange warten müssen *lächel*. Dennoch, für uns war es DIE Traumhochzeit schlechthin. Alles begann hier in Haus Herbede. Ein geschichtsträchtiger Ort im doppelten Sinne, denn zum einen gilt für dieses Haus folgendes:
Haus Herbede, dessen Geschichte bis zum Jahr 1019 zurückverfolgt werden kann,
ist das älteste Herrenhaus im mittleren Ruhrtal. Das Haus selbst stammt
vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und war Sitz der Herren von Elverfeldt, die
über Jahrhunderte hinweg die Schutz- und Gerichtsherrenrechte über Herbede
besaßen.
Das heute unter Denkmalschutz stehende Haus wurde zu einer öffentlichen
Begegnungsstätte mit Restaurant, Galerie, Veranstaltungsräumen und Künstlerhof
umgebaut.
Besonders sehenswert ist der Innenhof des Hauses mit seinem Renaissance-Relief.


Hinter dem Haus gibt es einen kleinen Biergarten, in dem man sehr schön an warmen Tagen sitzen kann. Ab und zu finden dort auch Musikveranstaltungen statt. Tja, und dort, wo Ihr das rote Herz erkennt, dort haben wir uns das erste Mal tief, sehr tief in die Augen geschaut. Irgendwie waren wir davon berührt und dennoch wussten wir davon nichts.

Immer, wenn wir etwas Zeit hatten, sind wir dorthin wieder zurückgekehrt. So auch am 1. Oktober 2001. An diesem Tag war es sehr regnerisch, doch für uns schien die Sonne. Friedrich hatte heimlich rote Rosen besorgt und dann ..... hat er Ulrike einen wunderschönen Heiratsantrag gemacht.
Und dann ging es los. Die ganzen Vorbereitungen. Wie wollen wir unsere Hochzeit feiern, wo wollen wir sie feiern und mit wem wollen wir sie feiern? Viele Fragen, die beantwortet werden mussten. Vor lauter Freude hatten wir erst einmal allen, die wir kannten, die frohe Botschaft mitgeteilt. Da wir ja "Wiederholungstäter" sind (wir waren beide schon zweimal verheiratet), beschlossen wir, eine ganz kleine, stille Hochzeit zu feiern. Kein großes Trara, sondern nur für uns. Allerdings wollten wir auch nicht auf Trauzeugen verzichten, was man ja heute auch schon machen kann. Nein, es sollte dennoch eine "traditionelle" Hochzeit werden. Klein, fein und gemütlich.
Dann hatten wir ein Problem, denn dadurch dass wir es halt vielen Leuten mitgeteilt hatten, haben diese vielleicht auch erwartet, dass wir etwas "Großes" veranstalten würden. Doch wir mussten alle enttäuschen. Wir hoffen, Ihr seid uns deshalb nicht allzu böse.
Der Termin war auch so eine Sache. Eddie meinte, warum heiratet Ihr denn nicht am 02.02.02? Tja, gute Idee, aber leider war zu diesem Termin eine Heirat an "unserem" Traumort nicht mehr möglich. Zu viele gab es, die die gleiche Idee hatten. Denn wo sonst konnten wir heiraten, als in Herbede. Dieser Ort MUSSTE es sein. Also hat Ulrike überlegt. Wie wäre es mit dem 05.02.02?
Und da wir ja nur mit der engsten Familie und den Trauzeugen heiraten wollten, mussten wir den Ort und die Zeit geheim halten. Sorry deshalb noch einmal bei allen, die auch gern kommen wollten.
Die Wochen und Monate flogen nur so über das Land. Papiere mussten besorgt werden, das Outfit musste bestimmt werden, Ringe mussten ausgesucht werden. Wer glaubt, 4 Monate sind eine lange Zeit, dem sei gesagt: Nein, es ist nur ein Katzensprung. Denn dazwischen war noch Ulrikes Geburtstag, Weihnachten, Sylvester und der Geburtstag unseres Trauzeugen. Die beiden letzteren Feierlichkeiten haben wir natürlich mit ihnen zusammen verbracht.
Am 04.02.02 trafen unsere ersten "Schlaf"-Gäste ein:
Dörte aus Hamburg, unsere Freundin und Trauzeugin, mit Nina


Manfred aus München, unser Freund und Trauzeuge, hat übrigens einen Umweg über HH gemacht ;-)

und Cornelia aus Wesel, Friedrichs Mutter

Und dann war es endlich soweit. Der 5. Februar 2002.
Nach einem kurzen Umtrunk sind wir dann alle in unseren Federn verschwunden, denn schließlich sollte der Tag noch mehr bringen. Unsere Hochzeit. Am Vormittag traf dann noch unser letzter Gast ein, Jana, Ulrikes "Uralt"-Freundin aus Bremen (die durfte natürlich nicht fehlen)

Dann wurde es immer aufregender, die Spannung stieg, die Nervosität auch. Friedrich holte noch den Brautstrauß ab, Ulrike war nicht mehr in der Lage, ihm sein Sträußchen an den Anzug zu bringen. Die Hände zitterten wie Espenlaub. Abfahrt gegen 12 Uhr. Ankunft viel zu früh gegen 12.30 Uhr in Haus Herbede in Witten. Leider hat es an diesem Tag geregnet.


Also war Warten angesagt, erst hat Friedrich auf seine Braut gewartet ...
... dann war sie endlich wieder da :-)
13 Uhr, unsere Stunde hat geschlagen. Wir hatten eine wunderbare Standesbeamtin, die sehr einfühlend gesprochen hat. Unser Dank an dieser Stelle an Frau Rupieper, so heißt sie nämlich.
Zuerst frage ich Sie, Friedrich, wollen Sie die hier anwesende Ulrike heiraten?
Und nun Sie, Ulrike genannt Mieze, wollen Sie den hier anwesenden Friedrich heiraten?
Somit erkläre ich Sie zu Mann und Frau .... hurra, wir sind verheiratet :-)
Nun durften wir uns endlich küssen ;-)
Natürlich durften auch die Ringe nicht fehlen ....
Manfred hat genau aufgepasst, dass wir auch nichts falsch machen (bist doch ein Schatz, Du bayerischer Brummbär ;-))
Und dann die endlosen Formalitäten. Unsere ersten Unterschriften als Ehepaar. Friedrich hatte da ja keine großen Schwierigkeiten, für ihn blieb alles beim alten, aber ich musste erst einmal überlegen, damit ich auch ja nicht falsch unterschreibe *ggggggggg*
Die letzte Unterschrift, nun war es besiegelt.
Manfred wischte sich die letzten Schweißtropfen vom Gesicht und nun durften uns alle gratulieren. Wobei ja jetzt erst unsere "Probezeit" anfing, denn wie sagte Friedrich so schön, wir haben noch 14 Tage "Umtauschrecht" *lach*. Solange hat man heute Zeit, eine Ehe annullieren zu lassen. Aber um Euch zu beruhigen, die 14 Tage sind um, wir sind immer noch glücklich und denken gar nicht daran, uns gegen andere einzutauschen. Aber nun weiter mit der Gratulation *lächel*:
Übrigens, wundert Euch nicht, Eddie hat uns die ganze Zeit über aus dem Hintergrund mit Taschentüchern versorgt *ggggg*. Für das Foto hat er vergessen, sie beiseite zu legen.
Draußen haben wir dann erst einmal ein Gläschen Sekt getrunken und uns für die Bilder formiert ...
Zurück in unserem trauten Heim haben wir uns bei Kaffee und Kuchen gestärkt:
Das mit der Deko war gar nicht so einfach, denn wir konnten nichts vorbereiten. Hätten wir alles schon vor der Abfahrt hingestellt, hätten unsere Katzen ein Schlachtfest daraus gemacht *lol*. Also musste noch schnell bei der Rückkehr Hand angelegt werden.
Für den Abend hatten wir einen Tisch bei Galland in Wesel bestellt. Die Fahrt dorthin haben wir mit 2 Autos angetreten. Manfred fuhr den Brautwagen, wie immer an diesem Tag, und Dörte mit dem Rest hinterher. Nur leider hatten wir vergessen, Ihr zu sagen, wo genau wir hinwollten. Und wie der Teufel es wollte .... in Oberhausen haben wir sie verloren. Sie ist an einer falschen Abfahrt beim Autobahnwechsel runtergefahren, wir immer weiter ... ganz langsam ... Richtung Wesel. In Hünxe, fast am Ziel angelangt, klingelt das Handy: "Wo seid Ihr?" So ist Dörte aus lauter Verzweiflung dort stehen geblieben in Oberhausen und wir mussten wieder zurück, denn sie streikte, wollte nicht mehr weiter fahren. Schließlich haben wir sie gefunden, Manfred hat ihren Wagen übernommen und der Bräutigam hat seine Frau kutschiert. Leicht verspätet sind wir endlich zu unserem Abendessen gekommen.
"Hey Leute, wo ist meine Frau geblieben?"

"Na, wenn ich den erwische, der sie mir geklaut hat.
Werde mich sofort auf die Suche begeben."
"Tja, da wirst Du wohl selbst suchen müssen, mein
Lieber."
"Das ist alles, was sie zurückgelassen hat, Ihren
Brautstrauß."
"Jetzt habe ich Dich endlich wieder. Manfred, Du
Schlingel, kannst mir doch nicht einfach meine Braut entführen."
*zzzzzzzzzzzzzz* So eine Hochzeit ist ganz schön anstrengend ....
Da kann man sich es zu Hause doch erst einmal schön
gemütlich machen ....
"Ich habe schon sooooooooo schön in Mamas Bett
geschlafen und jetzt muss ich wieder auswandern. Macht doch mal das Licht aus,
es ist so hell."
So Ihr Lieben, das war unsere "Traumhochzeit". Vielen Dank nochmals an unsere lieben Gäste für die tatkräftige Unterstützung. Und ein besonderer Dank an Nina, denn sie hat unermüdlich die Fotos geschossen.