Rollertagebuch 1
von Ulrike

(hier werde ich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen von meinem neuen fahrbaren Untersatz und meinen Erlebnissen berichten)

 

8. Juni 2001 Zusammen mit Friedrich bin ich mal wieder durch die diversen Läden gezogen, um nach einem geeigneten Gefährt Ausschau zu halten.

Einer hatte es uns angetan, es war ein richtiges Schnäppchen, und wir haben sofort zugeschlagen. Hier ist er:

Und nun ist Warten angesagt ..... denn wir können ihn erst am Montag fertig angemeldet abholen. Und das bei diesem doch eigentlich ganz schönen Wetter :-(

11. Juni 2001 Heute ist der große Tag, wir können ihn abholen. Es ist ein Suzuki AN125, zwar gebraucht, hat aber erst 5.000 km runter und ist garagengepflegt. Was will man mehr?

Ist das nicht ein toller Roller? Also ich habe mich sofort in ihn verliebt. Aber vor das Vergnügen ist natürlich erst einmal die Pflicht gesetzt. Also "Fahrstunden" mit Friedrich sind angesagt, denn ich hatte so ein Teil noch niemals unter meinem A....! Kurz nach 20:30 Uhr fahren wir also mit Roller und Auto zum nächstgelegenen Supermarktparkplatz zum Üben, er auf dem Roller, ich mit dem Auto hinterher. Die ersten Versuche ... das Ding fährt tatsächlich etwas schneller als mein Fahrrad ;-) (ob ich mich jemals daran gewöhnen werde?). Ich werde, denn zum Abschluss machen wir eine Rundfahrt durch Eickel (natürlich auf den ungefährlichen Straßen ohne Straßenbahnschienen *gggggggg*, denn die haben es mir ja bekannterweise schon beim Fahrradfahren angetan). Wow, der geht wirklich ab wie Hörnchen. Auf dem Parkplatz dachte ich noch, es wird wohl eine Weile dauern, bis ich wirklich damit in der Stadt 50 km/h fahre, aber da habe ich mich geirrt. Immer wieder ertappte ich mich dabei, dass ich 60 km/h gefahren bin. Zum Glück hatten die "Blitzer" schon Feierabend. Heil und unbeschadet bin ich mit der Rückendeckung von Friedrich daheim angekommen. Es war ein aufregender Tag.

12. Juni 2001 Meine erste Tour allein. Schon ein komisches Gefühl, aber auch ein sehr schönes. Endlich unabhängig, frei und vor allem mobil. Irgendwie hatte ich das schon vermisst. Nun heißt es: üben, üben, üben. Aber es klappt schon ganz gut, denke ich, zumindest bin ich nicht aufgefallen bei der Polizei, die mich sehr genau beobachtet hat.
13. Juni 2001 Vormittags habe ich Herne unsicher gemacht und bin in die Innenstadt gefahren. Allein natürlich *lächel*. Am Nachmittag haben wir uns noch einen zweiten Roller geliehen, damit wir alle zusammen ausfahren können. Friedrich hat sich einen Gilera Runner (50 cm3) unter die Backen geschoben und Eddie mit drauf genommen, dann ging es ab in die Prärie. 12 km haben wir geschafft, dann wurde es Abend und wir sind wieder heim.
14. Juni 2001 Wieder mit beiden Rollern unterwegs, diesmal sind wir 65 km gefahren in die Essener Gegend am Baldeney See entlang, über Hattingen. Hat unheimlich Spaß gemacht. Eddie klagte allerdings über "Popo"-Schmerzen *gggggggggg*, ist er halt nicht gewohnt. Das Wetter hat mitgespielt und wir hatten ein paar schöne Stunden. Sind an der Ruhr entlang gefahren und dort auch an einem Rasthof Halt gemacht, um eine Kleinigkeit zu essen. Zum Abschluss sind wir nochmals auf den berüchtigten Parkplatz gefahren, da ich mal sehen wollte, wie es ist, mit einem Sozius zu fahren. Eddie hat sich ganz schön breit gemacht *lol*.
15. Juni 2001 Leider mussten wir den zweiten Roller heute wieder abgeben, schade eigentlich. Zu zweit macht es doch wesentlich mehr Spaß.
27. Juni 2001 Nachdem ich nun täglich mit meinem Roller unterwegs war, wurde der Friedrich unheimlich neidisch. ;-)

"So einen Roller möchte ich auch gern haben", hat er zu unserer Sponsorin gesagt. "Dann könnten wir zu zweit bzw. zu dritt ein wenig die Landschaft erkunden."

Nun ja, was soll ich sagen, er hat es geschafft, sie zu überreden. *ggggggg* (Wie viele Rhetorik-Kurse er wohl dafür besucht hat???????) Auf jeden Fall haben wir uns die Finger wundtelefoniert, ich bin mit meiner Suzi nach Herne gefahren, habe mir einen Gilera Runner FX 125 DD angesehen, aber das war nur ein 2-Takter. Zwar etwas rasanter als ein 4-Takter, aber dafür auch stinkig und laut. Also weiter telefoniert. Fast schon hatten wir uns für den Gilera-Roller entschieden, da fand ich einen Händler in Gelsenkirchen, und man wird es kaum glauben, die hatten den gleichen Roller (nicht denselben *lol*) in Blaugrün dort stehen, gleiches Baujahr, gleiches Modell, eben alles identisch, nur die Farbe nicht. Wir natürlich sofort hin und wieder mal ein Schnäppchen gemacht. (Alles reine Verhandlungssache) Friedrichs Roller hat allerdings "schon" 12 TKM auf den Rädern.

Morgen können wir ihn abholen. Wir freuen uns riesig. :-)

28. Juni 2001 Endlich ist es soweit, wir holen den zweiten Roller ab. Friedrich vor und ich mit dem Auto hinterher. Natürlich werden wir am Abend noch eine kleine Tour auf unseren beiden Suzis machen, ist doch klar.
30. Juni 2001 Erste Tour mit unseren "eigenen" Rollern. Ziel: Schiffshebewerk in Henrichenburg. Leider hatten wir unseren Fotoapparat nicht mit, denn es ist schon ein gigantisches Bauwerk. Route: Herne, Recklinghausen, Henrichenburg, Recklinghausen, Herne. Pech für uns, es gab auf dem Rückweg einen heftigen Sturzregen, der uns bis auf die Knochen durchnässte. Fazit: Ich werde mir am Montag erst einmal eine vernünftige Motorradjacke kaufen, denn in der Jeansjacke spürte ich jeden Tropfen, und Regen kann sehr hart sein.
1. Juli 2001 Heute ist tolles Wetter. Ziel ist der Heidesee bei Grafenwald. Die Fahrt ging über Gelsenkirchen, Bottrop. Dort haben wir ein ausgiebiges Picknick gemacht. Der Rückweg führte uns dann über Dorsten, Marl und Recklinghausen zurück nach Herne. Gefahrene Kilometer ungefähr 90.

Eines hat die Fahrt gezeigt, es ist für die beiden Männer sehr anstrengend, gemeinsam auf einem Roller zu fahren, denn Eddie klagte mal wieder über "Poposchmerzen" und Friedrich war auch nicht gerade begeistert. Fazit: keine langen Touren mehr zu dritt, leider. :-(

2. Juli 2001 Heute ist der Kauf der Rollerjacke dran. Habe was gutes und günstiges gefunden. Aber die kann ich jetzt bei 30 Grad Celsius im Schatten nicht ausprobieren, also kommt sie ins Topcase für alle Fälle.
13. Juli 2001 Fototermin. Die Roller werden geputzt und dann suchen wir uns eine schöne Stelle, um endlich ein paar Aufnahmen von unseren Gefährten machen zu können. In den letzten Tagen sind wir immer mal so für ein oder zwei Stunden unterwegs gewesen, außer am Wochenende 6. bis 10. Juli, denn da waren wir in HH beim Oldie-Marathon, aber darüber berichten wir an anderer Stelle.

Hier also die erste Fotogalerie von unseren Suzuki AN125:


14. Juli 2001 Starker Regen verhindert eine größere Fahrt, dennoch juckt es unter dem Hintern und wir fahren gegen Abend noch kurz raus. In der Garage angekommen, müssen wir den nächsten Schauer abwarten, dann geht es los, Richtung wolkenfreiem Himmel. Es hat sich gelohnt, denn in Gelsenkirchen bekommen wir ein kleines Schauspiel zu sehen. Eine Straße ist überschwemmt und so mancher Autofahrer bemerkt es zu spät und ..... *platsch* ..... wenig später kommt Polizei und einer der Polizisten versucht, die Gullis frei zu stochern. Doch das Wasser bleibt. Wir fahren dann weiter 'gen Heimat.
15. Juli 2001 Bestes Rollerwetter. Unser Ziel: Der Rhein bei Wesel. Wir fahren über Herten, Marl, Dorsten, Schermbeck nach Wesel. Es ist tolles Wetter am Rhein und wir genießen die Sonne am Rheinufer, während wir die vorbeifahrenden Schiffe beobachten. Noch ein kleiner Abstecher bei unserer Sponsorin und einem heißen Cappuccino, kleiner Blick in den Keller, denn an den Knien wird es doch etwas kalt. Wir nehmen uns noch schnell ein paar lange Unterhosen mit und dann machen wir uns auf den Heimweg. Gefahrene Kilometer: 141.
16. Juli 2001 Das Wetter ist nicht so besonders am Vormittag, nachmittags zieht die Bewölkung langsam weg, die Straßen sind wieder trocken und wir unterwegs. Wir fahren über Bochum, Hattingen, Witten nach Herbede zum Haus Herbede. Dies ist für uns ein denkwürdiger Ort, an den wir immer wieder gern zurückkehren. Zurück fahren wir über Witten, Uni Bochum. Gefahrene Kilometer: 42.
22. Juli 2001 Friedrich hat immer noch Urlaub und da nutzen wir natürlich jede Gelegenheit für eine Rollertour. Heute fahren wir nach Haltern zum Stausee. Route: Herne, Recklinghausen, Marl, Haltern. (89 km)
Unterwegs gibt es eine Zigarettenpause:

Am Stausee angekommen haben wir wunderschönen Sonnenschein und suchen uns eine Stelle mit Bootsverleih am Nordufer. Als erstes mieten wir uns einen Kajak. Naja, so ganz hat das nicht geklappt damit, wir sind wohl doch etwas unerfahren *ggggg*. So ein Kajak hat irgendwie ein Eigenleben, er wollte nicht dahin, wo wir hin wollten. Oder haben wir etwas falsch gemacht?

Nach einer Picknick-Pause entschließen wir uns, noch einmal auf den See rauszufahren, diesmal mit einem Tretboot (idiotensicher).


In dem See gibt es auch ein kleines Vogelschutzgebiet mit Enten und Haubentauchern, die anderen Vögel haben wir leider nicht sehen können.

Und wer gar nichts tun und sich fahren lassen will, der kann mit der Möwe über den Stausee schippern.
23. Juli 2001 Fahrt ins Sauerland. Route: Herne, Bochum, Witten, Vollmerstein, Hagen, Rummenohl, Lüdenscheid, zurück über Nachrodt, Altena, Hohenlimburg, Hagen, Wetter, Witten, Bochum, Herne (134 km).

Da es im Sauerland gerade geregnet hat, sind wir zurück nach Witten, um dort noch eine längere Pause einzulegen. Die Bilder zeigen es deutlich, der Regen hängt über den Hügeln um Lüdenscheid.
Witten, Ausblick auf die Ruhr vom Hohenstein:


Ausblick auf Witten-Bommern, der Geburtsort von Friedrich


25. Juli 2001 Tour zum Möhnesee. Route: Herne, Bochum, Dortmund-Lütgendordmund, ab da auf die B1 durch Dortmund und weiter auf der alten B1 über Unna, Werl, dann B 516 direkt zum Möhnesee. Auf der Rücktour sind wir die gleiche Strecke gefahren, allerdings hatte ich keine Lust, wieder ab Dortmund-Lütgendortmund durch die Stadt zu fahren und bin auf der A40 geblieben bis zur Abfahrt Bochum-Hamme, was an Herne-Eickel grenzt (152 km).
Dies war meine erste Fahrt auf der Autobahn und ich muss sagen, es war super-geil. Auf gut 90 km/h habe ich den Roller gebracht, da ich durch einen vorausfahrenden LKW "gebremst" wurde *ggggg*.
Markanter Wegpunkt war natürlich der Flughafen Dortmund, wo der Friedrich verweilen musste, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rücktour.

Die Strecke über Unna und Werl ist wunderschön zu fahren und man bekommt auch landschaftlich etwas zu bieten. Ab Werl sind wir dann weiter auf der B516 gefahren. Hier führte uns der Weg über Bremen *lächel*. Dieses Bremen ist allerdings nicht meine alte Heimatstadt.

Der Möhnestaudamm ist sehr geschichtsträchtig, er wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Engländer bombardiert und es wurde das Möhne- und Ruhrtal überschwemmt.

Wir sind über die Sperrmauer gegangen und hatten wundervolle Ausblicke zu beiden Seiten. An einer Stelle konnte man sogar einen ganzen Schwarm Barsche beim Sonnen beobachten.

Auf dem Möhnesee selbst findet man sehr viele Segler und natürlich auch einen Catamaran für Ausflügler.
10. Juni 2003 Im vergangenen Jahr haben wir keine größeren Touren unternommen. Im Mai waren wir im Sauerland am Kahlen Asten. Leider hatte Friedrich wie immer den Fotoapparat vergessen. Ansonsten waren wir ab und zu in Haltern am Stausee auf dem Biker-Platz.

Hier endet nun mein Tagebuch. Grund: Die Suzuki AN125 sind verkauft.